„Kontrollverlust“ – Seminarkurs produziert eigene TV-Sendung im MIZ Babelsberg
Wie entsteht Abhängigkeit? Wann wird aus einem zunächst scheinbar harmlosen Verhalten ein Problem? Und was können Betroffene und ihr Umfeld tun? Mit diesen Fragen haben sich Schülerinnen und Schüler unseres 12. Jahrgangs über viele Monate intensiv beschäftigt. Am 4. September 2026 findet das Projekt nun seinen Abschluss: Im Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) produzieren die Schülerinnen und Schüler ihre eigene TV-Sendung zum Thema Sucht.
Unter dem Titel „Kontrollverlust: Wenn die Sucht stärker wird als du selbst“ ist eine rund 45-minütige Magazinsendung entstanden. Dabei geht es nicht um eine einzelne Form von Sucht. Die Jugendlichen betrachten Abhängigkeit aus unterschiedlichen Perspektiven und beschäftigen sich mit Drogen- und Cannabiskonsum, dem zunehmenden Kontrollverlust im Alltag, Spielsucht sowie emotionaler Abhängigkeit in Beziehungen.
Die Aufzeichnung bildet den Abschluss eines umfangreichen Medienprojekts des Seminarkurses „Medien und Kommunikation“. In Kooperation mit ALEX Berlin lernten die Schülerinnen und Schüler dabei nahezu den gesamten Entstehungsprozess einer professionellen Medienproduktion kennen. Am Anfang standen Themenfindung, Recherche und die Entwicklung eigener Filmideen. In kleinen Produktionsteams entstanden anschließend Drehbücher und konkrete Szenen. Nach einer Einführung in Kamera-, Licht- und Tontechnik organisierten die Jugendlichen ihre Dreharbeiten selbst, übernahmen Regie, Kamera und Schauspiel und produzierten vier eigene Kurzfilme. In der anschließenden Postproduktion wurden die Aufnahmen im MIZ gesichtet, geschnitten und zu fertigen Filmbeiträgen entwickelt. Damit war die Arbeit jedoch noch nicht beendet. Für die abschließende TV-Produktion mussten Interviewgäste angefragt, Moderationen geschrieben, Interviewfragen entwickelt und ein minutengenauer Sendungsablauf geplant werden.
Die vier Filme bilden das inhaltliche Gerüst der Sendung. Dabei ist den Schülerinnen und Schülern wichtig, nicht den Eindruck zu vermitteln, jede Abhängigkeit habe dieselben Ursachen oder verlaufe zwangsläufig nach einem bestimmten Muster. Vielmehr zeigen die Beiträge unterschiedliche Situationen und machen deutlich, wie vielfältig Abhängigkeit sein kann.
Die selbst produzierten Filme werden in der Sendung nicht einfach nur gezeigt. Im Studio greifen die Schülerinnen und Schüler die darin aufgeworfenen Fragen auf und diskutieren sie mit Gesprächsgästen aus der Praxis.
Dabei geht es beispielsweise darum, warum Jugendliche Drogen ausprobieren, welche Rolle Freundeskreis und Gruppendruck spielen, wann aus Konsum ein problematisches Verhalten werden kann und woran Außenstehende mögliche Warnzeichen erkennen können. Auch die Frage, was Freunde oder Eltern tun können, wenn sie sich Sorgen um einen jungen Menschen machen, spielt eine wichtige Rolle. So verbindet die Sendung fiktionale Kurzfilme, journalistische Moderation und fachliche Einordnung durch Interviewgäste.
Für die abschließende Studioproduktion wechseln die Schülerinnen und Schüler noch einmal die Perspektive. Denn eine Fernsehsendung entsteht nicht nur vor der Kamera.
Während einige die Sendung moderieren oder Interviews führen, übernehmen andere Kamera, Ton, Licht, Bildregie, Einspieler, Setgestaltung, Gästebetreuung oder Produktionsleitung. In den Tagen vor der Aufzeichnung werden die unterschiedlichen Aufgaben im MIZ intensiv vorbereitet und gemeinsam geprobt.
Am 4. September 2026 heißt es schließlich: Kameras an. Dann wird aus vielen Monaten Recherche, Planung, Dreharbeiten und Postproduktion eine gemeinsame TV-Sendung.
Das Projekt zeigt damit nicht nur, wie anspruchsvoll die Auseinandersetzung mit dem Thema Sucht sein kann. Es macht auch erfahrbar, wie Medien entstehen: von der ersten Idee über Recherche und filmische Gestaltung bis hin zur Verantwortung für das, was am Ende vor der Kamera gesagt und einem Publikum gezeigt wird.